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„Unter Stress arbeite ich am besten.“ – Fakt oder Mythos?

Veraergerter Mann mit hut

„In unserer Abteilung arbeiten wir momentan alle auf Hochtouren. Die Vorweihnachtszeit bedeutet in unserem Unternehmen vor allem eines - Stress"

"Manchen Kollegen sieht man diesen jährlichen Zustand deutlich an. Andere wiederum scheinen an solchen Tagen aufzublühen und heben dies mit Sprüchen hervor wie: „Unter Stress arbeite ich am besten.“ – oder „Stress im Job macht mir gar nichts aus.“ – Hierbei frage ich mich immer wieder: Wie schaffen die das bloß?“

Zu allererst können Sie beruhigt aufatmen. Die Annahme, dass man unter Stress besonders produktiv arbeiten kann, wurdewissenschaftlich wiederlegt. Dennoch kann dosierter Leistungsdruck in manchen Fällen tatsächlich die Effizienz stärken. Wichtig hierbei ist, dass Betroffene richtig mit den Situationen umgehen und überflüssige Stressfaktoren eliminieren.

Wie entsteht überhaupt Stress?

Tag für Tag werden wir mit ihnen konfrontiert: Den sogenannten Stressoren. Sei es Überforderung, unzureichendes Zeitmanagement oder Leistungsdruck von außen – Diese Stressauslöser kennen die Meisten von uns.

Welche Faktoren sehen Sie bei der Arbeit als besonders belastend an?
(Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse2013)
65 % Zu viel Arbeit
62 % Termindruck
54 % Störungen
41 % Informationsflut
40 % Lärm, Hitze, Kälte usw.
38 % Ungenaue Angaben zur Aufgabe
33 % Ungerechte Bezahlung
32 % Mangelnde Anerkennung
25 % Vereinbarkeit von Job und Familie
23 % Ständige Erreichbarkeit

Was bewirkt Stress in unserem Körper?

entstehung von stress

4 Symptome, wie unser Körper auf Stress reagiert

  • Kalte Hände und ein blasses Gesicht: Ein alter Schutzreflex, welcher bei Gefahr bzw. Verletzungen verhindern soll, dass dermenschliche Körper verblutet.
  • Vermehrtes Schwitzen: Bei Stress erhöht sich unsere Körpertemperatur auf 37 Grad. Um nicht zu überhitzen, aktiviert unser Körper seine Schweißdrüsen.
  • Schnelle Atmung: Durch die beschleunigte Atmung weiten sich die Bronchien und das Gehirn wird besser mit Sauerstoff versorgt.
  • Alarmzustand: Durch die Ausschüttung von Adrenalin fühlen wir uns wach und unter Spannung. Dadurch konnten unsere Vorfahren in Gefahrensituationen instinktiv reagieren und somit ihr Überleben sichern.

Welche Folgen kann Dauerstress auf unseren Körper haben?

Langfristiger Stress ist nicht nur schädlich für den Körper, sondern ebenso für die Seele. Stehen wir dauerhaft unter Strom, so können langanhaltende Schäden unser Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen. Hierzu gehören Symptome wie:

  • Kopfschmerzen durch die körperliche wie auch geistige Belastung.
  • Schlaflosigkeit, da sich Gedanken über den Job auch nach Feierabend gemacht werden.
  • Konzentrationsprobleme – Die Gedanken kreisen um alles Mögliche, jedoch nicht um die zu bearbeitende Aufgabe.
  • Herz-Kreislauf-Probleme – Langfristiger Bluthochdruck schädigt die Blutgefäße und erhöht somit das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts.
  • Burnout – Hierbei handelt es sich um einen schleichenden Prozess, der psychische sowie seelische Erschöpfung bis hin zu ernsthaften Depressionen hervorrufen kann.

Was hilft bei akutem Stress im Job?

Sie haben das Gefühl, dass ganz plötzlich alles zu viel wird? – Bewegung ist das Zauberwort. Bereits ein kurzer Spaziergang bewirkt wahre Wunder und hilft, die Situation leichter zu bewältigen. Probieren Sie es aus! Des Weiteren gibt es bestimmte Lebensmittel, die als „Soul Food“ zum Wohlbefinden beitragen. Dazu zählen neben Milch, Schokolade, Pistazien auch Linsen, Naturjoghurt, Tee oder Rotkohl. Darüber hinaus bewältigen Sie Stresssituationen, wenn Sie sich folgende fünf Schritte einprägen und anwenden:

  • Schritt 1: Kontrolle gewinnen – Verschaffen Sie sich einen Überblick und prüfen Sie Ihre Aufgaben. Welche lassen sich terminieren und delegieren? Allein durch diesen Schritt stellen Sie heraus, was Sie selbst beeinflussen können, um das Gefühl der Hilflosigkeit zu senken.
  • Schritt 2: Konzentration – Beseitigen Sie alle Störfaktoren, indem Sie Anrufe weiterleiten, um sich voll und ganz auf die anliegende Aufgabe zu fokussieren.
  • Schritt 3: Planen und Vorhersehen – Was geschieht, wenn das Worst-Case-Szenario eintritt? Die Realisation hat keinen demotivierenden Zweck, sondern hilft Ihnen, die Situation nicht zu verbissen zu sehen.
  • Schritt 4: Erfolge und Stärken – Führen Sie sich Ihre Stärken wie auch bisherigen Erfolge vor Augen. Auf diese Weise beseitigen Sie Selbstzweifel und stärken Ihr Selbstbewusstsein.
  • Schritt 5: Rituale entwickeln – Sie haben bei Stress Ihr ganz persönliches Rezept? Behalten Sie es unbedingt bei. Ob Atemübung, Joggen oder Meditation. Jeder besitzt seine eigene Waffe gegen Stress und Leistungsdruck.

So geht es dem Stress an den Kragen

  • Atmung trainieren – Und zwar mit der 4-6-8-Methode: Atmen Sie lang und tief ein und zählen Sie hierbei bis vier. Halten Sie die Luft an und zählen Sie bis sechs. Atmen Sie anschließend langsam durch den Mund wieder aus und zählen Sie dabei bis acht. Den Stress einfach weg atmen.
  • Progressive Muskelrelaxation – Geht leichter als es klingt: Entwickelt wurde die Methode von Edmund Jacobson, bei der einzelne Muskelgruppen bewusst an- und wieder entspannt werden.
  • Selbstgespräche führen – Kleiner Aufwand, große Wirkung: Mithilfe von Selbstgesprächen stärken Sie nicht nur Ihre Leistungsfähigkeit, sondern bauen auch Stress ab und erhalten einen klareren sowie distanzierteren Blick zur Situation.

Zu guter Letzt – So starten Sie entspannt in den Feierabend!

  • Offene Aufgaben und Projekte auf den kommenden Tag oder die darauffolgende Woche terminieren.
  • TO-DO-Liste für den nächsten Tag erstellen.
  • 30 Minuten vor Feierabend keine Mails und Anrufe beantworten, welche nicht dringlich sind
  • Den Arbeitsplatz aufräumen, um am nächsten Morgen nicht im Chaos zu starten.
  • Unterlagen sortieren und einschätzen – Was ist wichtig und was überflüssig?
  • Sich von Kollegen und Vorgesetzten verabschieden. (Nicht nur höflich, sondern gibt auch das Signal, dass man nicht mehr verfügbar ist.)

Sie fühlen sich dennoch nicht ganz entspannt? Unsere 12 Tipps gegen Stress im Job wirken wahre Wunder!

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