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Nachtschwärmer vs. Frühaufsteher

Von „Eulen“ und „Lerchen“

Gehören Sie zu den Eulen oder zu den Lerchen? Sie wissen nicht, was damit gemeint ist?

Nun: Die Wissenschaft unterscheidet die Menschen unter anderem nach ihrem Lebensrhythmus. Diejenigen, die länger brauchen, um am Tag Fahrt aufzunehmen und dafür bis in den späten Abend aktiv sind, werden als Eulen bezeichnet. Solche, die schon früh am Morgen fit und leistungsfähig sind, dafür aber abends schnell abbauen, werden Lerchen genannt. Die folgende Grafik zeigt die typischen Aktivitätskurven der beiden Ausprägungen in idealisierter Form.

Leistungskurven Eule-Lerche

Nachtschwärmer oder Frühaufsteher – in welchen Punkten genau unterscheiden sie sich und was ist besser? Und: Kann man sich bewusst für das eine oder andere entscheiden?

Lerchen

Die Lerchen haben es in unserer Arbeitsgesellschaft eindeutig einfacher. Sie fangen dank Gleitzeit oft schon deutlich vor 8 Uhr morgens an zu arbeiten und sind sofort produktiv. Ihnen eilt der Ruf voraus, fleißig und diszipliniert zu sein, und ihnen wird nachgesagt, dass sie die Karriereleiter schneller erklimmen. Charakterlich gelten die Frühaufsteher als sorgfältige und korrekte Menschen, die strukturiert arbeiten und Logik als ihre Stärke nutzen. Oft findet man Lerchen in Berufen, die Korrektheit erfordern, etwa im administrativen oder im Finanzbereich, aber auch im Ingenieurwesen. Typisch sind Tätigkeiten in der Buchhaltung oder im technischen Prüfwesen, beispielsweise bei Organisationen wie TÜV oder DEKRA.

Doch was genau ist vorteilhaft oder problematisch am Lerche-Sein?

Vorteile

  1. Ohne Hast in den Tag
    Da sie früh aufstehen, haben die Lerchen mehr vom Tag und vom Sonnenlicht. Wenn sie es sich erlauben und nicht direkt an die Arbeit gehen, können sie sich Zeit nehmen für die schönen Dinge im Leben: Sport am Morgen, ausgiebiges Duschen, ein ausgedehntes Frühstück, das Betrachten des Sonnenaufgangs.
  2. Produktivität
    Den Lerchen fällt es leicht, morgens früh aufzustehen. Sie kommen schneller in die Gänge, sind aufnahmefähiger und haben bereits vormittags einen Berg von Aufgaben geschafft. Das motiviert. So können sie bereits zur Mittagspause zufrieden auf die bereits geleistete Arbeit zurückblicken.
  3. Viel Zeit nach Feierabend
    Lerchen sind früher mit der Arbeit fertig und können den restlichen Tag für sich nutzen – für Hobbys, Sport, Haus und Garten oder ein ehrenamtliches Engagement. Vom späteren Nachmittag bis in den Abend haben sie Freizeit.

Nachteile

  1. Müder Nachmittag
    Während die Frühaufsteher vor der Mittagspause noch putzmunter sind, sinkt ihre Konzentration am Nachmittag rapide. Daher sollten die Lerchen alle wichtigen Aufgaben, die ihre ganze Aufmerksamkeit erfordern, lieber auf den Vormittag legen!
  2. Keine Zeit für Party
    Wer früh aufsteht, der muss früh ins Bett, um genügend Schlaf zu bekommen. Beim abendlichen Treffen mit Bekannten fangen die Lerchen schon an zu gähnen – und wenn es später wird, winken die Frühaufsteher müde ab. Darunter können die gesellschaftlichen und auch geschäftlichen Beziehungen leiden.
  3. Unflexibel
    Lerchen können sich nur ganz schwer an einen neuen Tages- bzw. Arbeitsrhythmus oder Lebensstil gewöhnen. Sie müssen streng ihrer Disziplin folgen und sind somit weniger flexibel. Gerade bei Geschäftsreisen ins Ausland kann dies ein Problem darstellen, besonders wenn die Zeitverschiebung und der Kulturschock groß sind.

Eulen

Die Eulen haben mit dem Ruf zu kämpfen, langsam und weniger kompetent zu sein. Dabei hat die Universität Southampton in einer Studie festgestellt, dass sie sogar ein durchschnittlich höheres Einkommen erzielen und weniger körperliche Arbeit verrichten. Nachtschwärmer haben vielfach eine analytische und konzeptionelle Denkweise und oft innovative und kreative Ideen. Häufig findet man Eulen in kreativen Berufen, in den Bereichen Werbung, Marketing, Design, oder im künstlerischen Bereich, als Musiker, Schauspieler oder Maler.

Welche Vorteile genießt man als Eule und mit welchen Nachteilen hat man zu kämpfen?

Vorteile

  1. Stressfrei
    Eulen sind stressresistenter, denn sie sind auch anpassungsfähiger. Ob es nun im Beruf ist oder im privaten Leben: Nachtschwärmer können besser mit neuen Situationen umgehen. Sie sind flexibler und können sich so schneller auf den neuen Kunden einstellen oder auf die neue Lebenssituation reagieren.
  2. Kreativ
    Angeblich ist man abends am kreativsten. Und während die Lerchen längst im Bett liegen, sprudeln die Eulen nur so vor Ideen. Jetzt kommen die geistreichsten Eingebungen für Projekte, die besten Inspirationen für Kunstwerke und die innovativsten Einfälle für Vorhaben ans Licht.
  3. Gesellig
    Nachtschwärmer sind extrovertierte Menschen. Da sie erst abends aktiv werden und das die Zeit ist, zu der man sich zum Beispiel mit Freunden trifft, sind sie zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt ihrer sozialen Kompetenz. Am Abend werden die Nachtschwärmer erst richtig wach und sprühen vor guter Laune.

Nachteile

  1. Rhythmuszwang
    Die meisten Eulen werden durch ihre Arbeit in den Frühaufsteher-Rhythmus gezwungen. Das geht aber gegen ihre „innere Uhr“ und fällt ihnen somit besonders schwer. Das ist nicht nur nervig, sondern kann sich dauerhaft negativ auf die Gesundheit auswirken. Schlafprobleme, Bluthochdruck und Verdauungsbeschwerden können die Folge sein.
  2. Spätes Leistungshoch
    Die Langschläfer werden erst nachmittags bzw. abends produktiv. Während sich für manche Mitarbeiter der Arbeitstag bereits dem Ende neigt, blühen die Nachtschwärmer nachmittags erst richtig auf. So kann die eine oder andere Aufgabe erst zu später Stunde erledigt werden und andere Abteilungen müssen warten.
  3. Sonnenstunden ade
    Gerade im Herbst merken es die Eulen besonders intensiv: Die Sonne geht früher unter. Man verbringt den Tag also eher im Dunkeln und verschläft einige helle Morgenstunden. Die restlichen Sonnenstunden verbringen die Langschläfer mit Arbeit. Da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Sonne tanken.

Der Biorhythmus – die innere Uhr

Wann wir leistungsfähig sind und wann nicht, wann wir schlafen gehen und wann wir aufstehen – ob früh oder spät – ist von unserer „inneren Uhr“ abhängig. Laut einer Studie wird sie uns von den Eltern vererbt. Körpertemperatur, Blutdruck und Hormone beeinflussen dabei unseren Rhythmus. Cortisol wird als Stresshormon beispielsweise insbesondere tagsüber ausgeschüttet. Melatonin wird dagegen eher nachts aktiviert. Das Tageslicht beeinflusst dabei die Hormonausschüttung.

Simon Archer, ein britischer Schlafforscher, behauptet jedoch, dass man sich auch bewusst für den einen oder anderen Lebensstil entscheiden kann. Dabei kann beispielsweise eine Umstellung der Ernährung helfen. Eiweißhaltige Lebensmittel, wie Magerquark, Schweinefleisch oder Eier, halten auch die Lerchen abends wach. Kohlenhydratreiches Essen, wie Nudeln, Bohnen, Bananen und Mais, bereitet die Eulen auf das baldige Schlafen vor.

Obwohl der Arbeitstag sich an den Lerchen ausrichtet, gehören nur 25 Prozent der Menschen diesem Typus an. Ganze 40 Prozent sind Eulen. Alle anderen können beides sein. Sind Sie eine Lerche oder eine Nachteule? Wir finden beide TOP!

Möchten Sie wissen welcher Kommunikationstyp Sie sind?

Dann lesen Sie unseren Artikel Du bist, wie du sprichst. Hier gibt es Tipps und Tricks, wie Sie mit den Kollegen und Geschäftspartnern kommunizieren.