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Besser arbeiten unter Stress: Fakt oder Mythos?

In unserer Abteilung arbeiten wir momentan alle auf Hochtouren

Manchen Kollegen sieht man die permanente Überlastung deutlich an. Andere wiederum scheinen an stressigen Tagen aufzublühen und heben dies mit Sprüchen hervor wie: „Unter Stress arbeite ich am besten.“  oder „Stress im Job macht mir gar nichts aus.“ Hierbei frage ich mich immer wieder: „Wie schaffen die das bloß?“

Zu allererst können Sie beruhigt aufatmen. Die Annahme, dass man unter Stress besonders produktiv arbeiten kann, wurde wissenschaftlich widerlegt. Dennoch kann dosierter Leistungsdruck in manchen Fällen tatsächlich die Effizienz steigern. Wichtig hierbei ist, dass Betroffene richtig mit den Situationen umgehen und überflüssige Stressfaktoren eliminieren.

Wie entsteht Stress überhaupt?

Tag für Tag werden wir mit ihnen konfrontiert: Den sogenannten Stressoren. Sei es Überforderung, unzureichendes Zeitmanagement oder Leistungsdruck von außen.

Diese Stressauslöser kennen die meisten von uns:

Stressfaktoren

Was bewirkt Stress in unserem Körper?

Stressfaktoren Umfrage

4 Symptome, wie unser Körper auf Stress reagiert

  • Kalte Hände und ein blasses Gesicht: Ein alter Schutzreflex, welcher bei Gefahr bzw. Verletzungen verhindern soll, dass der menschliche Körper verblutet.
  • Vermehrtes Schwitzen: Bei Stress erhöht sich unsere Körpertemperatur auf 37 Grad Celsius. Um nicht zu überhitzen, aktiviert unser Körper seine Schweißdrüsen.
  • Schnelle Atmung: Durch die beschleunigte Atmung weiten sich die Bronchien und das Gehirn wird besser mit Sauerstoff versorgt.
  • Alarmzustand: Durch die Ausschüttung von Adrenalin fühlen wir uns wach und unter Spannung. Dadurch konnten unsere Vorfahren in Gefahrensituationen instinktiv reagieren und somit ihr Überleben sichern.

Welche Folgen kann Dauerstress auf unseren Körper haben?

Langfristiger Stress ist nicht nur schädlich für den Körper, sondern ebenso für die Seele. Stehen wir dauerhaft unter Strom, so können langanhaltende Schäden unser Wohlbefinden nachhaltig beeinflussen. Hierzu gehören Symptome wie:

  • Kopfschmerzen, durch die körperliche wie auch geistige Belastung.
  • Schlaflosigkeit, da sich das Gedanken-Karussell auch nach Feierabend weiterdreht.
  • Konzentrationsprobleme, da wir beispielsweise permanent müde sind und bei der Arbeit gedanklich immer wieder abschweifen.
  • Herz-Kreislauf-Probleme, da langfristiger Bluthochdruck die Blutgefäße schädigt und somit das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts erhöht.
  • Burnout, der als schleichender Prozess psychische sowie seelische Erschöpfung bis hin zu ernsthaften Depressionen hervorrufen kann. Weitere Informationen zum Thema Burnout finden Sie hier.

Was hilft bei akutem Stress im Job?

Sie haben das Gefühl, dass ganz plötzlich alles zu viel wird? Bewegung ist das Zauberwort. Bereits ein kurzer Spaziergang bewirkt wahre Wunder und hilft, die Situation leichter zu bewältigen. Probieren Sie es aus! Des Weiteren gibt es bestimmte Lebensmittel, die als „Soul Food“ zum Wohlbefinden beitragen. Dazu zählen neben Milch, Schokolade und Pistazien auch Linsen, Naturjoghurt, Tee oder Rotkohl. Darüber hinaus bewältigen Sie Stresssituationen besser, wenn Sie sich folgende fünf Schritte einprägen und anwenden:

  • Schritt 1: Kontrolle gewinnen – Verschaffen Sie sich einen Überblick und überprüfen Sie Ihre Aufgaben. Welche lassen sich terminieren und delegieren?
  • Schritt 2: Konzentration – Beseitigen Sie alle Störfaktoren, indem Sie beispielsweise Anrufe weiterleiten und sich voll und ganz auf die anliegende Aufgabe fokussieren.
  • Schritt 3: Planen und Vorhersehen – Was geschieht, wenn das Worst-Case-Szenario eintritt? Dieses gedankliche Durchspielen hilft Ihnen unter Umständen, die Situation nicht zu verbissen zu sehen.
  • Schritt 4: Erfolge und Stärken – Führen Sie sich Ihre Stärken wie auch bisherigen Erfolge vor Augen. Auf diese Weise beseitigen Sie Selbstzweifel und stärken Ihr Selbstbewusstsein.
  • Schritt 5: Rituale entwickeln – Finden Sie Ihr ganz persönliches Rezept gegen Stress! Ob Atemübung, Joggen oder Meditation – jeder Mensch kann seine eigenen Instrumente gegen Stress und Leistungsdruck finden und so die Batterie wieder auftanken.

So geht es dem Stress an den Kragen

  • Atmung trainieren – Und zwar mit der 4-6-8-Methode: Atmen Sie lang und tief ein und zählen Sie hierbei bis vier. Halten Sie die Luft an und zählen Sie bis sechs. Atmen Sie anschließend langsam durch den Mund wieder aus und zählen Sie dabei bis acht. Den Stress einfach weg atmen.
  • Progressive Muskelrelaxation nach Edmund Jacobson – Spannen Sie einzelne Muskelgruppen bewusst an und entspannen Sie diese danach wieder.
  • Selbstgespräche führen – Kleiner Aufwand, große Wirkung: Mithilfe von Selbstgesprächen stärken Sie nicht nur Ihre Leistungsfähigkeit, sondern bauen auch Stress ab und erhalten einen klareren sowie distanzierteren Blick zur Situation.

So starten Sie entspannt in den Feierabend!

  • Offene Aufgaben und Projekte auf den kommenden Tag oder die darauffolgende Woche terminieren.
  • To-do-Liste für den nächsten Tag erstellen.
  • 30 Minuten vor Feierabend keine komplizierten Aufgaben mehr anfangen.
  • Den Arbeitsplatz aufräumen, um am nächsten Morgen nicht im Chaos zu starten.
  • Unterlagen sortieren: Was ist wichtig und was hat Zeit?
  • Sich von Kollegen und Vorgesetzten verabschieden. Das ist nicht nur höflich, sondern gibt auch das Signal, dass man nicht mehr verfügbar ist.