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So verbessern Sie die Raumluft im Büro

Lebensmittel Luft

Gute Luft steigert das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit – auch im Büro.

In seinem Leben nimmt der Mensch durchschnittlich rund 35 Tonnen Nahrungsmittel zu sich, trinkt ca. 70.000 Liter Wasser – mit den verschiedensten Inhaltsstoffen – und veratmet etwa 270.000 Kubikmeter Luft – rund 350 Tonnen. Das Volumen entspricht etwa 110 olympischen Wettkampfschwimmbecken von 50 Metern Länge, einer Breite von 25 Metern und zwei Metern Tiefe. Dabei ist Luft das wichtigste Lebensmittel – ohne den darin enthaltenen Sauerstoff haben wir nach wenigen Minuten bereits unseren letzten Atemzug getan.

Von der Wohnung zur Arbeit und zurück

In unseren eigenen vier Wänden verbringen wir etwa 60 Prozent unserer Lebenszeit – und weitere 30 in anderen geschlossenen Räumen. Den Großteil davon am Arbeitsplatz, sei es im Büro, in der Werkhalle oder am Fließband, rund ein Prozent – als Pendler – im Auto oder in anderen Fahrzeugen. Selbstverständlich wird überall hin und wieder gelüftet – aber zumindest in Herbst und Winter bleiben die Türen und Fenster die meiste Zeit geschlossen. Die Qualität der Raumluft bleibt dabei auf der Strecke.

Die restlichen zehn Prozent der Zeit verbringen wir draußen, im Freien. Allerdings überwiegend in der Stadt mit ihrer oft auch nicht sehr wohlriechenden Luft – wenn wir nicht gerade durch den Park joggen oder Urlaub auf dem Land machen. Und selbst da gibt es unangenehme Gerüche ...

In unserem Zuhause sind wir meist von nur wenigen Menschen umgeben und können uns schnell absprechen, ob wir ein Fenster öffnen oder nicht. Aber am Arbeitsplatz verbringen wir die Zeit in den Innenräumen meist mit oft vielen anderen Menschen zusammen, Absprachen sind schwierig. In vielen Fällen ist es auch nicht möglich, die Fenster zu öffnen – etwa in modernen Bürohochhäusern mit Lüftung und Klimaanlage.

Die Ursachen für schlechte Luft

Frische Luft und ein gutes Raumklima wirken sich positiv auf unser Wohlbefinden aus, unser Gehirn und unsere Muskeln bekommen genug Sauerstoff und wir sind leistungsfähig. Wenn die Luft nur immer frisch und sauber Luft wäre!

Aber leider enthält sie oft auch Substanzen, die sich negativ auf unser Wohlbefinden auswirken oder sogar schädlich sind. Das beginnt schon bei „verbrauchter“ Luft im Klassenzimmer nach der Schulstunde und geht über Ozon-belastete Luft im Büro nach dem Ausdruck von etlichen Dokumenten bis hin zu Gefahrstoffen durch Ausdünstungen von Plastikprodukten oder Klebstoffen, etwa aus Möbeln oder Teppichen. Ganz zu Schweigen von Autoabgasen und Chemikaliendämpfen ...

Nicht perfekt eingestellte und insbesondere schlecht gewartete Klima- und Lüftungsanlagen sind eine weitere Ursache. Aber diese Gerätschaften sind oft notwendig, da Fenster und Türen in moderner, energiesparender Bauweise auch schall- und luftdicht schließen. Der unangenehme Luftzug ist damit zwar kein Thema mehr, aber die Dichtigkeit trägt zur schlechten Luft bei. In geschlossenen Räumen ist daher die Schadstoffkonzentration manchmal fast so hoch wie an einer dicht befahrenen Straße.

Gerade in Großraumbüros merkt man dann schnell, dass das Raumklima leidet – es herrscht „dicke Luft“. Aber welche Auswirkungen hat das auf unsere Gesundheit und unsere Arbeit?

Gesundheitsschäden durch schlechte Luft?

Vom kurzen Unwohlsein bis hin zu dauerhaften Schäden: Der Einfluss der Luftqualität ist nicht zu unterschätzen, wie die folgenden Beispiele zeigen:

  • Befindlichkeitsstörungen
    In erster Linie stört schlechte Luft unser Wohlbefinden. Zunächst fühlen wir uns müde und sind gereizt, leiden unter Stimmungsschwankungen. Im nächsten Schritt bekommen wir plötzlich Kopfschmerzen und verspüren Übelkeit. Experten fassen solche Symptome unter dem Begriff „Sick building Syndrom“ zusammen – das Gebäude macht krank.
  • Reizung der Schleimhäute
    Atmen wir längere Zeit schlechte, sprich belastete Luft ein, kann dies unsere Schleimhäute reizen. Ein trockener Mund, ein Kribbeln in der Nase und im Rachen sowie juckende oder tränende Augen sind erste Anzeichen dafür. Eine Bindehautentzündung in den Augen oder auch eine Kehlkopfentzündung sind mögliche schwerwiegendere Folgen.
  • Allergien und Überempfindlichkeit
    Wird nicht oder falsch gelüftet, steigt die Belastung durch Allergene. Typischerweise sind dies in der Raumluft Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen und Pflanzenpollen, Haare und Hautschuppen von Haustieren sowie Ausdünstungen diverser Baumaterialien und Einrichtungsgegenstände. Im schlimmsten Fall führt der Kontakt zu Schnupfen und zu allergischem Asthma oder verursacht Ekzeme.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich und individuell auf Schadstoffe. Manche Menschen reagieren auf Gerüche sensibler als andere, manche bilden Allergien aus. Und wie lässt sich nun die Belastung vermeiden?

Gegen dicke Luft ankämpfen

Wie geht man gegen schlechte Luft vor? Wie kann man die Luft zu Hause und am Arbeitsplatz verbessern? Die einfachste Methode ist das Lüften. Kippen Sie nicht die Fenster, sonst entsteht Zugluft. Machen Sie die Fenster weit auf. Empfehlenswert ist ein solches Stoßlüften alle zwei Stunden für fünf bis maximal 15 Minuten.

In Ihrem Büro ist es nicht möglich, die Fenster komplett zu öffnen? Dann lohnt sich die Investition in eine Belüftungsanlage. Diese sollte jedoch sachgemäß gewartet werden, sonst erreichen Sie damit genau das Gegenteil und sie wird zu einer Schadstoffquelle.

Eine weitere Möglichkeit ist, gezielt Pflanzen aufzustellen, die die Luft reinigen. Zu diesen Gewächsen gehören beispielsweise Efeu, Grünlilie und Drachenbaum. Achten Sie darauf, dass weder Sie noch Ihre Mitarbeiter allergisch auf die Pflanzen reagieren und prüfen Sie, dass keine Schimmelkulturen in der Pflanzenerde gedeihen!

Gute Luft, gute Arbeit

Für gute Luft am Arbeitsplatz, auch und gerade im Büro, zu sorgen, ist wichtig, denn wir können besser denken, uns stärker konzentrieren und sind aktiver. Ist die Luft dagegen schlecht, wirkt sich das negativ auf unser Gemüt und unsere Arbeit aus. Außerdem werden unsere Abwehrkräfte geschwächt und es können sogar dauerhafte Gesundheitsschäden entstehen.

Wir sagen also: Fenster auf – lassen Sie die frische Luft hinein!