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Die TOP-Konferenz-Methoden

Interaktion – nur ein Schlagwort?

„Interaktion“ ist einer der Trendbegriffe unserer Zeit, „interaktiv sein“ wird vielfach zum Selbstzweck und verkommt zur Floskel. Aber in manchen Zusammenhängen ist die Interaktion, das Mitmachen oder Mitgestalten, durchaus erwünscht, sinnvoll und notwendig – beispielsweise bei Tagungen und Konferenzen.

Denn viele Kongresse, Seminare, Schulungen oder Produktvorstellungen laufen noch nach dem immer gleichen altbewährten Schema ab: Der Vortragende redet, die Teilnehmenden hören zu. Ist dieses Konzept des Frontalvortrags – Spötter nennen es Frontalunterricht – noch angemessen? Ja, ist es tatsächlich in vielen Bereichen – gerade bei Key Notes oder um die Zuhörenden bei einem neuen Thema schnell auf denselben Kenntnisstand zu bringen.

Dennoch wird der Trend zur Interaktion, zum Workshop-Charakter, immer populärer. Zu Recht, denn das Miteinander beim Bearbeiten eines Sachverhalts führt zu einem tieferen Verständnis der Zusammenhänge und das Aufgenommene bleibt länger im Gedächtnis. Der Nutzen ist also spürbar.

Was sind interaktive Konferenzen?

Unter dem Begriff „interaktive Konferenz“ versteht man eine Zusammenkunft, bei der die Teilnehmer als Experten in ihrem Fachgebiet in den Handlungsablauf einbezogen werden. Die Aufteilung der Vortragenden und der Teilnehmenden in Sender und Empfänger von Informationen wird aufgehoben, um insbesondere den Gedankenaustausch und die gegenseitige Wissensvermittlung zu fördern.

Welche Methoden sich bei einer interaktiven Zusammenarbeit bewährt haben, stellen wir Ihnen im Folgenden vor.

Unsere TOP interaktiven Methoden

Open-Space-Konferenz

Definition: Eine größere Gruppe – zwischen 50 und ca. 1.500 Teilnehmern – erarbeitet in Kleingruppen Lösungsansätze und Ideen zu einem vorgegebenen Leitthema.

Merkmale:

  • Keine feste Tagesordnung
  • Weder vorgegebene Zeiten noch ein festgelegtes Programm
  • Teilnehmer werden in kleinere Arbeitsgruppen aufgeteilt
  • Bearbeitet wird ein umfangreiches Leitthema

Ablauf:

Alle Teilnehmer finden sich in einem offenen Plenum zusammen und gestalten gemeinsam den Zeitplan und das Programm. Anschließend wird das Leitthema in Unterthemen aufgeteilt. Die Teilnehmer können sich nun einer Gruppe anschließen, die ihre persönlichen Interessen vertritt und das favorisierte Unterthema bearbeitet. Nach der Erarbeitung der einzelnen Themen und Aufgaben werden die Ergebnisse der einzelnen Gruppen im Plenum vorgestellt und diskutiert. Am Ende der Konferenz werden die zusammengetragenen Ergebnisse mit Handlungsempfehlungen zur Umsetzung an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet.

Besonderheit: Anders als bei anderen Methoden, bei denen in Kleingruppen gearbeitet wird, ist es bei einer Open-Space-Konferenz erwünscht, dass die Teilnehmer die Arbeitsgruppen wechseln. Dies soll den Teilnehmern ermöglichen, sich nur solange in eine Gruppe einzubringen, wie ihre Ideen zur Lösungsfindung beitragen können, und sich danach in den Themenbereichen der anderen Arbeitsgruppen zu äußern. Gerade der Wechsel trägt zum breiten Austausch bei und führt bei der Lösungsfindung zu vielen unterschiedlichen Alternativen.

Fish Bowl

Definition: Bei dieser Alternative zur Podiumsdiskussion diskutiert eine kleine Gruppe von Personen ein Thema in einem Stuhlkreis. Die außerhalb des Stuhlkreises rundherum sitzenden Teilnehmer dürfen sich nur dann an dem Austausch beteiligen, wenn sie in den Stuhlkreis wechseln. Durch den stetigen Austausch der Diskussionsteilnehmer werden unterschiedliche Sichtweisen und Ansätze deutlich.

Merkmale:

  • Personen im Stuhlkreis diskutieren stellvertretend für die gesamte Gruppe
  • Leerer Stuhl im Inneren des Kreises steht für wechselnde Diskussionsteilnehmer bereit
  • Keine Mikrofone
  • Oft eingebettet in das Tagungs-/Seminarprogramm
  • Dauer ca. 30 – 45 Minuten

Ablauf:

In der Regel erfolgt ein Fish Bowl im Anschluss an eine umfangreiche Diskussion. Anders als bei einer Open-Space-Konferenz wird kein umfangreiches Leitthema diskutiert, sondern es werden verschiedene Schlüsselfragen behandelt. Nachdem die Diskussionsteilnehmer im Stuhlkreis und die anderen darum herum Platz genommen haben, wird gestartet. Teilnehmer von außerhalb des Stuhlkreises dürfen an der Diskussion nur teilnehmen, wenn sie auf dem dafür vorgesehenen Stuhl im Inneren des Kreises sitzen. Anschließend werden die Ergebnisse der Diskussion, einschließlich der Verbesserungen und Einwände, zusammengetragen.

Besonderheit: Das Fish-Bowl-Verfahren eignet sich besonders dann, wenn Perspektivenwechsel für die Lösungsfindung von Vorteil sind. Durch den ständigen Wechsel der Diskussionsteilnehmer wird das Thema vertieft, da der Wechsel zwischen Zuhören und Mitdiskutieren eine hohe Konzentrationsbereitschaft fordert.

World Café

Definition: Bei dieser bekannteren Tagungs- und Konferenzmethode gibt es mehrere Stehtische, an denen jeweils unterschiedliche Aufgabenstellungen bearbeitet werden. Die Tische werden nacheinander von wechselnden Kleingruppen aufgesucht. Ziel ist, in möglichst kurzer Zeit verschiedene Fragestellungen und Probleme zu bearbeiten. In der Regel liegt die Teilnehmerzahl zwischen 10 und 400 Personen.

Merkmale:

  • Ständig wechselnde Kleingruppen
  • Verschiedene zu bearbeitende Fragestellungen
  • Ergebnisse werden binnen kürzester Zeit erarbeitet
  • Jeder Teilnehmer wird aktiv in die Bearbeitung der Fragestellungen einbezogen

Ablauf: Die Teilnehmer werden in Kleingruppen, die in bestimmten Zeitabständen neu gemischt werden, eingeteilt und müssen verschiedene Themen bearbeiten. Jedem Stehtisch wird ein Thema zugewiesen. Die Kleingruppen wechseln von Tisch zu Tisch und schreiben dort jeweils ihre Ansätze und Ideen auf eine Tischdecke. An jeder Station steht ein Gastgeber, der darauf zu achten hat, dass die verschiedenen Gruppen keine Ideen doppeln, sondern jeweils neue Ansätze zur Lösungsfindung niederschreiben. Im Anschluss werden die Tischdecken vor der Gesamtheit präsentiert und diskutiert.

Besonderheit: Auch bei dieser Methode sind Interaktion und Gedankenaustausch groß. Der Grad der Beteiligung ist sehr hoch, da hier jeder aktiv seine Meinung und Ideen vertreten kann. Im Gegensatz zu anderen Methoden werden die Ergebnisse durch die Tischdecken direkt sichtbar und gut vergleichbar gemacht.

Mithilfe dieser Methoden haben Sie die Möglichkeit, Ihre Tagungen, Konferenzen und Seminare abwechslungsreich zu gestalten und die Mitwirkung der Teilnehmenden zu fördern. Nutzen Sie das gesammelte Wissen und die Erfahrung der Beteiligten!