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Sprache im Job - Gute Rhetorik ist nicht einfach

Gute Rhetorik ist nicht einfach.

Wenig Abwechslung bei der Wortwahl, immer wieder die gleichen Phrasen und gleichbleibende Intonation. Die Liste ist lang und oft bemerken wir gar nicht, dass wir viel mehr für unsere Rhetorik machen könnten. Das Verpacken unserer Botschaft – hübsch wie ein kleines Geschenk – will gelernt sein.

Charismatisch = kompetent

Menschen, die gut kommunizieren, werden häufig als sympathisch und kompetent eingeschätzt. Sie sind nicht nur in der Lage, die Gespräche selbst zu steuern, sondern auch die Wahrnehmung des Gegenübers über sich zu beeinflussen.

Für Führungskräfte ist die Stärkung ihres Charismas daher unverzichtbar, um die eigene Karriereleiter weiter zu erklimmen. Ausstrahlung ist hier das Zauberwort. Dazu gehören neben der äußeren Erscheinung auch die Stimme und die Körpersprache. Was viele nicht wissen: Während bei den einen die charismatische Ausstrahlung bereits angeboren zu sein scheint, können andere diese im Coaching oder Seminar erlernen.

„Du bist, wie du sprichst.“

Lange Gespräche und eine gute Menschenkenntnis sind nicht mehr nötig! Zumindest theoretisch: Eine Aachener Firma hat 2015 ein Programm auf den Markt gebracht, das anhand von wenigen Sätzen die Psyche des Menschen entschlüsselt. Bei der virtuellen Analyse eines Konversationsbeitrags wird dieser mit rund 5.000 Sprachmustern verglichen und Auffälligkeiten werden hervorgehoben. Das Computerprogramm erkennt somit die Zusammenhänge zwischen Psyche und Sprache.

Was im ersten Moment ziemlich gruselig klingt, kann in Zukunft die Suche nach geeigneten Arbeitnehmern revolutionieren. Personaler haben damit die Möglichkeit, potenzielle Mitarbeiter leichter einzuschätzen und die Bewerbungsphasen wesentlich abzukürzen.

Kommunikationstypen

Technik hin oder her: Bereits durch eine gute Beobachtung können wir unsere Mitmenschen selbst analysieren und in bestimmte Kommunikationstypen einstufen. Welche es gibt und wie wir am besten mit ihnen umgehen, zeigt der folgende Überblick.

Die Analysten

Logisch strukturiertes Denken und hohe analytische Fähigkeiten zeichnen diese Personen aus. Analysten sind sowohl in ihrer Kommunikation als auch in ihrer Denkweise sehr stringent und verzetteln sich selten in lange Monologe. Besonders in Konfliktsituationen stechen sie durch durchdachte Argumente hervor und haben meist die Oberhand. Sie lassen sich darüber hinaus selten von ihren Emotionen leiten, weshalb der eine oder andere sie als „unterkühlt“ bezeichnet.

Wie spreche ich mit einem Analysten?

Reden Sie Klartext. Analysten wollen keine versteckten Botschaften, sondern klare, sachliche (und vor allem fachliche) Aussagen. Verzichten Sie auf die emotionale Schiene. Mit ihr kann dieser Kommunikationstyp nur wenig anfangen. Was aber nicht bedeutet, dass er unsensibel ist!

Die Sanften

Die „Sanften“ sind gute Zuhörer mit einem hohen Maß an Empathie. Da sie dabei hervorragende Umgangsformen zeigen und Höflichkeiten austauschen, werden sie auch gerne als „gute Seele“ im Büro bezeichnet. Vorzugsweise wird dieser Kommunikationstyp im Bereich der Kundenbetreuung eingesetzt, denn sie können sich auch auf schwierige Charaktere sehr gut einstellen.

Worauf sollte ich bei der Kommunikation mit den Sanften achten?

Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Gehen Sie auf den Sanften ein. Achten Sie besonders auf die Körpersprache und die Gestik während des Gesprächs. Darüber hinaus sollten Sie mit dem sanften Kommunikationstyp nicht ungeduldig werden oder ihn gar unter Druck setzen. Nutzen Sie besser die hohe Empathie Ihres Gegenübers und sprechen Sie mit ihm auf der emotionalen Ebene.

Die Mitteilungsbedürftigen

Redselig sind sie und oft mit einem kleinen Hang zur Selbstinszenierung – die Mitteilungsbedürftigen. Sie haben die besten Geschichten parat und verwickeln ihre Kollegen in längere Gespräche – ob diese wollen oder nicht. Die eigene Person steht dabei vorzugsweise im Mittelpunkt.

Wie reagiere ich besser bei den Mitteilungsbedürftigen?

Kennen Sie das auch? Man steht morgens vor der Kaffeemaschine und wartet auf den braunen Muntermacher. Wie aus dem Nichts erscheint ein Kollege und redet. Redet, redet, redet ... Der Kaffee wird so langsam kalt. Wie soll man sich verhalten? Sich kurz und knapp verabschieden oder lieber doch das Gespräch weiterführen?

Wer nicht zu unhöflich sein will, versucht es mit Ablenkung. Geben Sie dem Mitteilungsbedürftigen entweder ein kurzes Feedback und dann eine klare Aufgabe, wie „Interessant, was Sie da erzählen. Können Sie mir einen Gefallen tun und den Ordner XY aus dem Schrank holen?“ Oder versuchen Sie, sich in dieser Situation elegant aus der Affäre zu ziehen, indem Sie zu Ihrem Kollegen sagen: „Ich habe jetzt gleich einen Termin und muss mich noch darauf vorbereiten. Sollen wir unser Gespräch auf die Mittagspause verlegen?“ Mit ein wenig Glück hat dieser das bis zum Mittag vergessen.

Die Zurückhaltenden

Ob Schüchternheit oder einfach geringeres Interesse – die Zurückhaltenden nehmen bei Gesprächsrunden lieber den beobachtenden, stillen Part ein. Dies lässt sich nicht nur an dem geringen Redeanteil erkennen. Auch die Körperhaltung wirkt distanziert.

Wie motiviere ich die zurückhaltenden Typen zum Reden?

Beginnen Sie am Anfang des Gesprächs mit leicht zu beantwortenden Fragen. Diese dienen zum „Aufwärmen“. Stärken Sie – wenn nötig – das Selbstbewusstsein des Zurückhaltenden und beziehen Sie ihn aktiv in die Konversation ein. Sofern es sinnvoll ist, kann auch ein Gespräch unter vier Augen helfen, um die Gründe für die Zurückhaltung zu erfahren.

Die Besserwisser

Ständige Verbesserungen, nervige Bemerkungen und ein leicht abfälliger Ton. Ja, die Besserwisser haben es in sich. Dabei meinen sie es (meistens) gar nicht böse! Viel mehr möchten sie sich in das Gespräch einbringen und „gesehen“ werden. Bis auf wenige Ausnahmen lassen sie sich aber kontrollieren. Mit einigen ganz einfachen Tricks.

Wie bremse ich einen Besserwisser?

Sie sitzen im Meeting und der Besserwisser fällt besonders durch seine Bemerkungen auf? Bremsen Sie seinen Eifer! Hierfür beziehen Sie mit der Gruppe Stellung zu einer von ihm gemachten Bemerkung. Es bleibt ihm häufig nichts anderes mehr übrig, als sich der Mehrheit zu beugen. Ein anderer Weg ist, die Bemerkung des Besserwissers zu ignorieren oder ihn durch Humor und ein klein wenig Ironie zu kontern.

Ist Ihnen bei dem einen oder anderen der vorgestellten Kommunikationstypen sofort ein Kollege eingefallen? Selbstverständlich gibt es noch weitere Typen und nicht jeder Mensch lässt sich sauber einer Sparte zuordnen. Jedoch zeigt sich sehr klar, dass Kommunikation, Sprachverhalten und Charakter unmittelbar miteinander verbunden sind.

Interne Kommunikation – mit Kollegen auf Augenhöhe

Nicht nur für das Betriebsklima ist eine reibungslose interne Kommunikation wichtig. Funktioniert die Absprache unter Mitarbeitern, Chefs und Kunden ohne Probleme, so trägt dies zum Unternehmenserfolg bei. Oft stoßen aber an dieser Stelle viele Vorgesetzte an ihre Grenzen.

Was ist für eine erfolgreiche Kommunikation wichtig? Anpassungsfähigkeit wird in solchen Fällen gefordert. Eine verständliche Ausdrucksweise erleichtert sowohl die Gesprächsführung als auch das gegenseitige Verständnis. Darüber hinaus ist es nützlich, rücksichtsvoll auf den Kommunikationsstil des Gesprächspartners einzugehen. Wir müssen uns bewusst machen, dass jeder einen eigenen Stil im Umgang mit anderen pflegt – je nach Charakter sowie persönlichem und kulturellem Hintergrund.

Beispiel: „Im Gespräch mit einem kreativen Menschen ist mir aufgefallen, dass dieser gerne mal vom Thema abschweift. Er spinnt seine Gedanken weiter und entwickelt ganz nebenbei neue Lösungsansätze. Mit der Zeit habe ich gelernt, diese Ansätze geschickt herauszukristallisieren und durch gezieltes Nachfragen für realisierbare Lösungen zu nutzen.

Small Talk – zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen

Ja, ja … wie oft haben wir das schon gehört: „Guter Small Talk ist die halbe Miete.“ Durch ihn schaffen wir eine angenehme Atmosphäre und erfahren mehr über mögliche Gemeinsamkeiten von unserem Gegenüber. Deswegen sollten wir Abstand davon nehmen, unseren Gesprächspartner „totzureden“. Ein guter Small Talk lebt von interessierten Fragen und der Gelegenheit, von sich selbst zu erzählen.

Antworten Sie also nicht einsilbig, sondern so, dass sich das Gespräch weiterentwickeln kann. Sofern sich kurze Pausen ergeben, nutzen Sie die Intervalle, um über interessante Punkte nachzudenken und diese beim weiteren Verlauf aufzugreifen. Lenken Sie das Gespräch in die von Ihnen gewünschte Richtung, indem Sie sinnvolle Überleitungen verwenden. Vermeiden Sie beim Small Talk unbedingt kritische Themengebiete wie Politik, Religion, Geld usw. – kurz gesagt: Themen, die Ihr Gegenüber verletzen, ausgrenzen oder angreifbar machen könnten.

Darüber hinaus ist beim Small Talk nicht nur der Inhalt wichtig. Achten Sie ebenso auf Ihre Körpersprache. Ein freundliches Lächeln, eine zugewandte, offene Körperhaltung und dezentes Gestikulieren wirken sympathisch.

Kommunikation zwischen den Geschlechtern

Dass Männer und Frauen unterschiedlich kommunizieren, ist allseits bekannt. Doch wo genau liegen die Unterschiede? In unserem Blogartikel „Frauen und Männer im Beruf“ verraten wir es Ihnen.